
••• Von Katrin Grabner
BRÜSSEL/WIEN. Mit dem neuen „Critical Medicines Act” will die EU-Kommission Engpässen bei wichtigen Medikamenten vorbeugen und die Arzneimittelproduktion in Europa fördern. Alexander Herzog, Generalsekretär der Industrievertretung Pharmig, sieht darin Chancen, aber auch kritische Inhalte. Der Gesetzesvorschlag beinhalte wichtige Anreize für die Herstellung von Arzneimitteln und deren Inhaltsstoffen, erleichtere Regulierungsprozesse und böte finanzielle Unterstützung für Hersteller. Herzog betont hier besonders die Notwendigkeit, den Preisdruck auf Generika zu verringern.
Umstrittene Kriterien
Ob die geplanten Kriterien bei der öffentlichen Beschaffung von Arzneimitteln ihr Ziel erreichen werden, bleibt für Herzog fraglich. Eine gemeinsame Beschaffung sei kritisch zu sehen, zumal die Gesundheitssysteme mit ihren jeweiligen Preis- und Erstattungsregelungen höchst unterschiedlich seien. Außerdem könnte ein gemeinsamer Einkauf über Länder hinweg erst recht wieder zu einer Konzentration führen. Der „Critical Medicines Act” wird nun geprüft; wann er endgültig als EU-Verordnung vorliegen wird, ist noch unklar.